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Der
Strafverteidigertag ist ein jährlich stattfindender
Fachkongress zu aktuellen Fragen des Straf- und Strafprozessrechts
und mit regelmäßig rund 500 Teilnehmer/innen
die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.
Seit
1977 nimmt der Strafverteidigertag kritisch Stellung
zu relevanten Entwicklungen in der BRD: Von den Ehrengerichtsverfahren
gegen Anwälte und die Stammheimprozesse, über
die Auseinandersetzungen um die Anti-Atom- und Friedensbewegung
bis zum "Großen Lauschangriff" und die
sog. "Sicherheitspakete" interveniert der
Strafverteidigertag immer dann, wenn wichtige Freiheitsrechte
zugunsten einer vermeintlichen Sicherheit auf dem Spiel
stehen.
Die
Ergebnisse des Strafverteidigertages werden in der Schriftenreihe
der Strafverteidigervereinigungen
gesammelt und jährlich als Ergebnisband
veröffentlicht.
Geschichte
Am
14. und 15. Mai 1977 fand in Hannover der erste Strafverteidigertag
statt, der unter dem Eindruck der im Zuge der Terrorismusbekämpfung
im sog. Deutschen Herbst vollzogenen Beschränkungen
von Verteidigerrechten stand.
Der 1. Strafverteidigertag sprach sich gegen das Kontaktsperregesetz
und die Praxis der Berufsverbote und Ehrengerichtsverfahren
aus, die eine wachsende Zahl engagierter Verteidiger
und Verteidigerinnen traf.
244 Strafverteidiger/innen nahmen am ersten Strafverteidigertag
teil, der seitdem zu einer festen Institution geworden
ist.
Damit
war der Weg der kommenden Strafverteidigertage bereits
vorgegeben: Der Strafverteidigertag war von Beginn an
mehr als Fortbildungsveranstaltung oder berufsständische
Versammlung ein Forum kritischer Advokatur. Statt der
Vertretung von Ständeinteressen diente und dient
die Tagung der rechtspolitischen Diskussion und der
Verteidigung von Freiheitsrechten.
Wichtige
Themen waren neben den Ende der 1970er Jahren durchgeführten
Ehrengerichtsverfahren gegen Rechtsanwälte/innen
und das Kontaktsperregesetz:
- Eingriffe der Exekutive in das Strafverfahren
- Strafvollzug und die lebenslange Strafe durch Sicherungsverwahrung
- Anti-Terrorgesetzgebung
- Kriminalisierung sozialer und politischer Bewegungen
- Europäisierung des Strafrechts
...um nur einige zu nennen.
Zwölf
Vereinigungen haben sich im Organisationsbüro der
Strafverteidigervereinigungen zusammen-geschlossen.
Neben der Organisation und Durchführung des Strafverteidigertages
engagieren sich die Strafverteidigervereinigungen durch
rechtspolitische Stellungnahmen und Interventionen in
Gesetz-gebungsverfahren, durch lokale Veranstaltungen
und Seminare und geben gemeinsam die Schriftenreihe
der Strafverteidigervereinigungen heraus.
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